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Neue Klasse von Elektroleichtfahrzeugen in der Wertung der DSV.
1998
wurde die Klasseneinteilung des DSV um die Klasse der
Elektroleichtfahrzeuge erweitert. Hier werden jetzt zweispurige Fahrzeuge eingeordnet, die
hinsichtlich Gewicht, Antrieb und Bauart eher Elektrofahrrädern als Autos ähneln, sich aber von Fahrrädern durch besseren Wetterschutz, bessere Transportkapazität und Wintertauglichkeit unterscheiden. Die Schaffung dieser
weiteren Klasse scheint mir sinnvoll, da diese Fahrzeuge hinsichtlich Energieverbrauch und Motorstärke deutlich unter den bisherigen Elektroleichtmobilen, wie City-El und Twike liegen. Diese Fahrzeuge verdienen in
besonderem Maße den Namen diese Bezeichnung , da Ihr Gewicht kleiner ist als das Gewicht, das für Fahrer und Gepäck zugeladen werden kann. Da ich seit 5 Jahren Fahrzeuge dieser Klasse fast täglich im Alltag
fahre, möchte ich einige Fahrzeuge dieser Klasse vorstellen und ihren Beitrag für einen umweltverträglichen Verkehr deutlich machen.
Auf den Solarmobilveranstaltungen der letzten Jahre habe ich folgende Fahrzeuge gesichtet:
HALF1
1994 habe ich als erstes Fahrzeug dieser Klasse das HALF kennengelernt. Prof Scharnowski, Karl Schikora und andere haben das gesamte Fahrzeug selbst entwickelt und damit
echtes Neuland betreten. Neben dem Fahrer können eine weitere Person oder große Lasten transportiert werden. Das HALF wurde von Anfang an mit integriertem Solardach konstruiert.
Mittlerweile wurde die Serienproduktion von einer Fremd-Firma übernommen.
Solardreirad-Popolov
Zu den Pionieren zählt auch Herr Popolov aus Moskau, der im gleich Jahr mit einem selbstgebauten Dreirad mit einem großen Solardach auf der „Tour de Ruhr“ antrat.
Alleweder-E
1995 bin ich mit meinem ersten Alleweder auf der „Tour de Ruhr“ mitgefahren. Ich habe es mir sehr viel leichter gemacht als die Gruppe um´s HALF und ein bewährtes Liegerad mit Alluminiumkarosserie in Holland gekauft
und mit einem kleinen Reibrollenantrieb versehen. Vom Alleweder als Fahrrad wurden bisher ca. 350 Stück gebaut. Heute gibt es in Deutschland 10 Elektro-Alleweder. 7 wurden mit meinem Reibrollenantrieb
elektrifiziert, eins von Norbert Schiels aus Erlangen, eins von Ulrich Franke in Berlin und eins vom Hersteller, Herrn Vrieling. Das Alleweder ist auch als Bausatz in unterschiedlichen Ausbaustufen erhältlich und ist so
gut als Bastel-Projekt für Schülergruppen, Solarvereine und jugendliche Einsteiger mit kleinem Portmonnaie geeignet.
Leitra E
Die Elektro-Leitra ist 1995 bei der Solarmobil-Veranstaltung „Berlin-Hannover“ mitgefahren. Das vollverkleidete Liegerad wird seit über 15 Jahren von Herrn Rasmussen in Dänemark gebaut und ist damit der Klassiker unter den Cab-Bikes. Weltweit gibt es mehrere hundert Exemplare.
Half2
Das HALF2 ist ein vergrößertes HALF1 (für 3 Personen oder sehr große Lasten) und ebenfalls käuflich. Auch das HALF2 ist auf mehreren Veranstaltungen mitgefahren.
Brox-E
Das Brox ist ein
vierrädriges Fahrrad mit aufwendiger Technik und 3 Sitzen und wird seit einigen Jahren in Großbritannien gebaut Auf dem „Solar-Bike-Race“ 1998 in Lelystadt fuhr ein elektrifiziertes Brox mit, das von Hartmut Schmidt
und Andreas Wern umgebaut wurde. Andreas Wern hat auch eine Wettershutzverkleidung für dieses Fahrzeug entwickelt.
Obwohl alle oben erwähnten Fahrzeuge mit
Motoren von weniger als einem Kilowatt ausgerüstet wurden, konnten diese Fahrzeuge bei den Solarmobilveranstaltungen gut mithalten und fuhren zum Teil besseren Zeiten die ausgewachsenen Elektroautos. Die
Alleweder mit 600 Watt fahren Spitzengeschwindigkeiten bis 65 km/h und kommen mit 70 cm Breite an jedem Stau vorbei. Der Stromverbrauch aller Fahrzeuge liegt zwischen 1 und 3 kwh / 100 km. Das hat einerseits den
Vorteil, daß mitgeführten Solarzellen während der Fahrt bis zur Hälfte des verbrauchten Stroms liefern und auf dem Parkplatz bei schönem Wetter in ca. 2 Stunden Strom für 30 km erzeugen. Durch den geringen Stromverbrauch
kann man das Batterieproblem bei diesen Fahrzeugen als gut gelöst ansehen: Nicd-Batterien der Größe 0,12 bis 1 kw/h wiegen 3 bis 30 kg, und die Batteriekosten betragen nur 100 - 1200 DM pro Jahr.
Wenn die eigene Körperkraft mit eingesetzt wird, sinkt der Stromverbrauch erheblich, das Fahren wird als wesentlich dynamischer empfunden und macht mir persönlich mehr Spaß als z.B. das Fahren im City-El, mit dem ich im Berufsverkehr genauso im Stau stehe, wie die größte Limousine. Fahrradwege sind in der Regel noch nicht überfüllt. Im Winter habe ich sie fast für mich allein. Die regelmäßige körperliche Betätigung hält außerdem fit und man bleibt gesund.
Die Reichweiten betragen z.T. weit über 100 km, was für Fahrzeuge dieser Kategorie als
ausreichen angesehen werden kann. Auch die größeren Elektroautos werden häufig nur als Zweitfahrzeug genutzt und haben meist kleinere Reichweiten.
Vom Preis her und wegen der vergleichsweise einfachen Konstruktion ist diese Klasse besonders gut geeignet für Einsteiger in die Solarszene. Ein selbst gebautes oder gekauftes
dreirädriges Fahrrad mit E-Antrieb und / oder Solardach auszurüsten ist technisch und finanziell einfacher zu realisieren als im Automobilbereich. Die notwendigen Komponenten wie Reibrollenantriebe, Radnabenantriebe, Batterien und
Ladegeräte kann man bei mehreren Firmen kaufen.
Bei fast allen Liegedreirädern ist eine Halbverkleidung aus Kunststoff montierbar. In die Rücklehne der Sitze kann ein Dach bzw Solardach eingesteckt werden.
Auch 3-rädrige Fahrräder können als in Deutschland zulassungsfreie Elektrofahrräder betrieben werden., wenn der Antrieb des Elektromotors auf 24 km/h begrenztz ist, nicht stärker als 250 Watt ist, und es sich um einen additiven Antrieb handelt. (Der Motor darf nur laufen, wenn auch getreten wird.)
Zum Schluß möchte ich noch auf die verwandte Fahrzeugkategorie der schnellen zweirädrigen Elektro-Fahrräder und -Liegeräder hinweisen, die sich ebenfalls hinsichtlich Fahrspaß und Wetterschutz von den normalen Elektrofahrrädern abheben.
Weitere käufliche Elektro-Fahrzeuge: Geros Cab-Bike-E
Geros Cab-Bike verwendet bewährte
Technik vom Alleweder, hat aber eine geschlossene Kabine wie die Leitra. Im Augenblick wird eine Serie von 50 Einheiten aufgelegt, auf Wunsch ist ein Elektroantrieb lieferbar. Die ersten 3 Elektroversionen
wurden nach Mendirisio und Modena ausgeliefert, wo Modellversuche zur Unterstützung von Elektroautos laufen.
Lepus-E
Der Lepus wird seit mindestens 6 Jahren von Marek Hase als Fahrrad gebaut (Vorgängermodell: Easy Glider)
Seit 3 Jahren ist er auch mit Elektroantrieb lieferbar. Eine lieferbare Liegerad-Halbverkleidung verbessert den Wetterschutz.
Kettwiesel-E Das Kettwiesel wird ebenfalls von Hase-Spezialräder angeboten. Auch hier ist eine Liegerad-Halbverkleidung lieferbar.
Bei mir sind noch Beschläge zur Montage eines Reibrollenantriebs auf Lager.
Trio-E Die Firma Höning beschäftigt sich vor allem mit Behindertenfahrzeugen, hat aber auch das Trio-E im Angebot.
Lissy-E Peter Lis hat ein Dreirad für mehrere Personen entwickelt, das demnächst von Herrn Rasmussen, der auch
die Leitra baut, als Kleinserie aufgelegt werden soll.
Anbieter von Fahrzeugen, Elektroantrieben, Laderäten und Batterien für Spezialfahrräder:
Angebote: HALF I, HALF II Vertrieb: Prof. Rühlmann, Gitterseer Str. 25a 01705 Freital Firma: Lohmeyer-Leichtfahrzeuge: Geistinger Str. 31 53773 Hennef Angebote: Alleweder-E,
Lepus-E, Kettwiesel-E, Reibrollen-Antrieb, Radnaben-Motor, Ladegeräte, Batterien
Firma MSG W. Nakelski Brettfelder Str. 26, 70437 Stuttgart Angebote: Reibrollenantrieb, Elektro-Lastendreirad
Firma Solar Elektro Velo Erdweg 6, 79400 Kandern Angebote:
Heintzmann-Radnabenmotoren, Brox-E, Elektro-Herrenfahrrad, Batterien, Ladegeräte
Firma Kasbauer Josef Kasbauer Grub 38 A 4784 Schardenberg Österreich
Angebote: Drehstrom-Elektroantrieb, Batterien, Ladegeräte, Elektrofahrrad 600 W
Firma Robert Hoening, Böblinger Str. 11 71229 Leonberg Angebot: Trio-E
Firma Cabike German Eslava Eichendorffstr. 12 86356 Neusäss
(D.Lohmeyer) |
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